Oberndorf im Murgtal - Heimat des "Riedelwiebel"

Oberndorf ist ein Stadtteil von Kuppenheim und liegt etwa im Dreieck zwischen Baden-Baden, Rastatt und Gaggenau am Eingang zum romantischen Murgtal. Umsäumt von grünen Streuobstwiesen und Wald hat es seinen besonderen Reiz durch seine Hanglage, denn von verschiedenen Stellen aus reicht der Blick bei günstigen Verhältnissen bis zu den Vogesen bzw. dem Pfälzer Wald. Etwa 1200 Einwohner fühlen sich wohl in dem von der ganztägigen "Morgensonne" verwöhnten Dörfchen an der Murg.

Dass solch ein Ort selbstverständlich auch seine Geschichten und Sagen hat, ist wohl kaum verwunderlich. Unter vielen dürfte die Sage vom "Riedelwiebel" die bekannteste sein und soll an dieser Stelle auch "Nichteingeweihten" erzählt werden:

Zwischen Kuppenheim und Oberndorf liegt auf lichter Höhe ein kleines, sumpfiges Waldstück, welches als Gewann "Riedel" mit der höchsten Erhebung "Heidenburg" im Gemarkungsplan eingetragen ist. In diesem, eigentlich unwirtlichen Wald lebte vor Jahren ein altes, gutmütiges,  jedoch immer zu allerlei Schabernack aufgelegtes Weib mit dem Spitznamen "Riedelwiebel". Besonders Kinder waren die "Opfer", wenn sie nicht brav waren und man warnte sie in jedem Haus: "Geh' nedd ins Riedel, sunscht kummt's Riedelwiebel!"

Im Vergleich zur alten Sage sind die jetzigen "Riedelwieble" aber alles andere als Schreckgespenster.

Die im Jahre 1996 gegründete Narrenzunft "D' Riedelwieble" pflegt das örtliche, fasnachtliche Brauchtum und hat damit in Oberndorf auch wieder die Fasenacht zu regem Leben erweckt. Aus den anfänglichen 13 Mitwirkenden ist mittlerweile eine stattliche Schar von 39 Hästrägern geworden, welche in Oberndorf, den umliegenden Gemeinden und auch weiter entfernt das Fasnachtstreiben bereichern.

Die Holzmasken (Gewicht: ca. 800 Gramm) sind handwerklich aus heimischem Lindenholz geschnitzt und dem Gesicht einer alten Frau nachempfunden.  Das Häs wird in zahlreichen Arbeitsstunden selbst hergestellt. Dabei wird äußerster Wert darauf gelegt, bei der Kleidung die Farben des Waldes zu übernehmen: grünes Kopftuch, braune Bluse, grüne Schürze, schwarzer Rock und schilffarbene Strohschuhe. Als Utensilien werden unter anderem handgefertigte Besen und "Original Oberndorfer Rätschen" mitgeführt.

 

 

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